AWS Berlin Summit 2018 - What Builders Need!

AWS Berlin Summit 2018 - What Builders Need!

Der diesjährige AWS Berlin Summit stand unter dem Motto “What Builders Need”. Dass AWS vor allem die Developer Communities anspricht, ist per se nicht überraschend. Die angesprochene Zielgruppe spiegelte sich auch klar in der anwesenden Community wider, die wenigen Teilnehmer im traditionellen Business Look fielen auf. Dies soll aber keineswegs bedeuten, dass die auf dem Summit vertretenen Unternehmen ausschließlich Start-ups, Studenten oder unabhängige Entwickler waren, wobei die Start-up-Szene eine eigene und sehr interessante Plattform auf dem Summit hatte, aber dazu später noch mehr.

Nein, der Anteil der so genannten „Enterprises“ (Large & Upper-Midsize) war substanziell hoch, was sich ebenfalls in der Struktur der anwesenden Partner zeigte, die den Summit nutzten, um ihr Portfolio der AWS Community zu präsentieren. Mehr als 65 Partner stellten sich vor, darunter neben den so genannten „Cloud Natives“, wie u.a. Cloudreach und Nordcloud, vor allem zahlreiche C&SI Provider, die für strategische große Projekte stehen, wie Accenture, Capgemini, Reply, Deloitte und DXC, aber auch eine Arvato Systems als strategischer Partner im Mittelstand.

Vielfach wird AWS bei uns in Deutschland immer noch als der Plattform-Provider betrachtet, der genutzt wird, „um mal einiges auszutesten“ oder Proof of Concepts zu entwickeln. Das entspricht aber keineswegs mehr der Realität: Wie AWS auch auf dieser Konferenz eindrucksvoll durch Kundenpräsentationen und Referenzen darlegen konnte, nutzen auch in Deutschland zahlreiche große Unternehmen sowie der gehobene Mittelstand AWS Services als strategische Plattform. Die Referenzenliste liest sich inzwischen wie das „Who is Who“ der deutschen Industrie. An dieser Stelle möchte ich nur ein paar der Unternehmen nennen, die der Community im Detail darlegten, was sie mit AWS machen: BMW, Otto, Deutsche Börse, FlixBus, Porsche, OLX Group, Siemens. Insgesamt hat AWS in Deutschland bereits mehrere 10.000 Kunden. 80% der DAX 30 Kunden nutzen AWS. Die Bedeutung der Region Deutschland spiegelt sich aber auch in der zunehmenden lokalen Präsenz wider: Neben dem Frankfurt Region Datacenter verfügt AWS auch über zwei Development Center in Dresden und Berlin sowie zwei Niederlassungen in München und Berlin.

In Bezug auf Lokalität gibt es aber eine ganz wesentliche weitere Neuerung: AWS wird ab dem 1. Juli 2018 eine europäische Legal Entity mit Sitz in Luxemburg haben (AWS Europe S.a.r.L.), mit der Kunden Verträge nach europäischem Recht abschließen können. Damit wird die Argumentationskette so mancher Skeptiker gegen „US-based Hyperscaler“ wieder um einen Punkt kürzer.

Dass AWS für eine hohe Innovationsgeschwindigkeit bekannt ist, ist nicht ganz neu, aber die Anzahl von 1.430 neue Services und Features in den AWS-Lösungen in 2017 ist eine beträchtliche Zahl, vor allem, wenn man die Entwicklung gegenüber den Vorjahren betrachtet (2016: 1.017, 2015: 722).

Neben dem Zuwachs im Serviceumfang hat AWS aber auch ein beträchtliches Wachstum von +49 % im Vergleich zum Vorjahr an den Tag gelegt – hier muss man respektvoll anerkennen, dass das Wachstum im Vergleich zu den beiden Vorjahren sogar noch stärker gestiegen ist, und das mit einem Umsatz von inzwischen 22 Mrd. $.

Kurz gesagt: Wer AWS unterschätzt bzw. sich nicht mit AWS als potenzieller Plattform für seine Cloud und IoT-Entwicklung beschäftigt, macht einen womöglich gravierenden Fehler.

Zum Abschluss möchte ich noch auf das Thema Start-ups und AWS eingehen. AWS hat sehr stark in der Start-up Community begonnen und lange dafür gekämpft, aus dieser Community herauszuwachsen, was im Hinblick auf Skalierung auch richtig und wichtig war. Dies bedeutet aber keineswegs, dass AWS die Start-ups „verraten“ hätte oder sie nicht mehr für wichtig halten würde. Im Gegenteil, auf dem AWS Berlin Summit hatten die Start-ups ihre eigene Bühne, einen eigenen Bereich, in dem sie sich der Community zeigten. AWS hat für ein interessantes Rahmenprogramm an Vorträgen mit Gründern und Investoren gesorgt. Ich nutzte die Gelegenheit und führte einige Gespräche mit verschiedenen Start-ups. Das Feedback zum Support durch AWS zum einen und zum anderen zu den Möglichkeiten, die sich für die Start-ups durch die Plattformen und Services, aber auch durch das AWS Ökosystem ergeben, war durchweg sehr positiv. Es ist aus unserer Sicht gut und wichtig für einen Plattform-Provider wie AWS, sich als Partner sowohl der Large Enterprises als auch der Technologie-Start-up-Community zu zeigen.

Ich habe hier nicht über neue Features und Functions im Detail gesprochen – dass AWS eine kontinuierlich hohe Innovationsgeschwindigkeit im Serviceumfang hält, steht außer Frage. Es bleibt mit Spannung zu erwarten, was AWS bei der nächsten Re:Invent präsentieren wird.