DSAG Jahreskongress: Kunden sind verunsichert über SAP-Strategie nach 2025

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Im Rahmen ihres dreitägigen Jahreskongresses veröffentlicht die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) die Ergebnisse ihrer jährlichen Mitgliederbefragung (n=271). Es zeigt sich, dass Stand heute deutlich weniger Unternehmen digitale Pilotprojekte durchgeführt oder begonnen haben, als bisher angenommen wurde. Welche Rolle SAP in diesem Zusammenhang spielt und warum die DSAG SAP diesbezüglich in der Verantwortung sieht, möchten wir hier kurz erläutern.

Fehlende Ressourcen und eine mangelnde digitale Unternehmenskultur halten Unternehmen von digitalen Transformationsprojekten ab

Von den befragten Unternehmen gaben 41 Prozent an, bereits erste digitale Transformationsprojekte durchgeführt zu haben oder sich in der Durchführungsphase zu befinden. Zwar lässt diese Zahl eine durchaus positive Tendenz vermuten, viele Projekte entwickeln sich jedoch nur bis zu einem Proof of Concept und nicht darüber hinaus. Laut DSAG hat dies mehrere Gründe: Zum einen bemängeln die befragten Unternehmen den Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen (42 Prozent), zum anderen stellt eine Unternehmenskultur, die Innovationen skeptisch gegenübersteht (38 Prozent), eine große Hürde dar.

Interessant ist, dass Themen wie mangelnde Unterstützung seitens des Managements oder fehlendes Know-how im Unternehmen kein Problem darzustellen scheinen. Größter Treiber der digitalen Transformation ist und bleibt die Effizienzsteigerung bei bestehenden Geschäftsprozessen innerhalb der Unternehmen (62 Prozent) und nicht etwa die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle (40 Prozent).

SAP muss die Digitalisierung der Unternehmen besser unterstützen

Um den Unternehmen die digitale Transformation fernab von personellen, finanziellen und kulturellen Herausforderungen zu ermöglichen, sieht die DSAG SAP in der Pflicht, ihren Kunden eine klare Roadmap für die Produkte zu liefern. Dies sei erforderlich etwa für den Aufbau hybrider SAP-Landschaften. Gemeint ist die Nutzung von lokal installierter und Cloud-basierter Software. Nur so können digitale Projekte planbar und langfristig umgesetzt werden. Aktuell ist davon nicht jeder Kunde überzeugt: Laut der diesjährigen DSAG-Umfrage stellen 30 Prozent der Anwender ihr Vertrauen in die SAP-Strategie in Frage.

Zwar akzeptieren die Unternehmen S/4HANA als ERP-Lösung der nächsten Generation und betrachten es als Grundlage für ihre digitale Transformation. Doch fühlen sich die Anwender durch das näher rückende Datum 2025 (das Wartungsende der Altsysteme SAP ECC und SAP Business Suite) vermehrt unter Druck gesetzt. Obwohl die SAP betont, dass kein Kunde zurückgelassen werde, fehlt den Kunden ein klares Bekenntnis vom Softwarehaus, was ab dem 1. Januar 2026 auf die Kunden zukommt, die bis dahin noch nicht auf das neue ERP-System umgestiegen sind.

Generell war der diesjährige Jahreskongress stark von Unsicherheit seitens der Anwender geprägt. Forderungen nach einer klaren Roadmap sowie besserer Skalierbarkeit von Lösungen und Lizenzmodellen machten die Runde.

Nach Meinung von teknowlogy | PAC fühlen sich viele Kunden von der Produktflut der SAP überfordert. Darüber hinaus ist der stramme Fahrplan der SAP bezüglich Cloud zwar in Zeiten von Wettbewerbern wie etwa Salesforce und Workday angebracht, die Kunden vermissen jedoch die nötige Deployment-Flexibilität (Cloud vs. On-Premises) und eine bessere Integration der verschiedenen SAP-Anwendungen. Mit der darüber hinaus anstehenden Umstellung auf S/4HANA hat dies zur Folge, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zwar SAP als Backend-System weiterhin nutzen wollen, sie aber die Relevanz von SAP als strategische Plattform für die Digitalisierung in Frage stellen.